Zu Anfang
Jeder Mensch ist ein Same
gepflanzt in die dichte Erde.
Und jedem gebührt derselbe Name,
die Erfüllung: „Sei und Werde
Selbst!“
Auszug aus „Der Sämann“
Irgendwo in seinen innersten, unbeschreibbaren Räumen,
trägt jeder Mensch ein Urbild seiner selbst in sich, seiner eigenen Vollkommenheit.
Es ist wie ein Samenkorn, in welchem schon der Duft, die Farbe und Form seiner Blüte vollendet innewohnt.
Seine Bestimmung ist es, sich diesem Weg der Vollendung anheim zu geben, um letztlich,
aus der blütengeborenen Frucht, wieder Quelle für neuen Samen zu werden.
Seine Vollkommenheit entsteht also aus der ständigen Hingabe an diese Verwandlung.
Es ist die Geschichte des Menschen. Desjenigen, der zeitlos geworden ist
und für den weder Anfang noch Ende existieren, sondern einzig das ewige
„ES IST“.
Zu Anfang meint also: immer wieder und immer wieder neu.
Auf dieser Seite werden zum Beginn einer neuen Woche
Auszüge aus meinem künstlerischen Schaffen; aus Werken Anderer, die meine Tage begleiten
oder aber einfach Gedanken über mein innerstes Bild des Menschen erscheinen.
Diese kurzen Texte erscheinen auch auf dem Telegram-Kanal:
Feuervogel – Aufbruch zum Wesen

Zeichen auf dem Weg
Das Wort „Selbsthingabe“ ist ein gern verwendeter, oftmals hoch gebauter Ausdruck einer
Tugend, die sich großer Modernität erfreut. Aber was bedeutet es wirklich,
sich selbst hinzugeben, einer Sache oder einem anderen die Gabe seines Selbstseins hinzuschenken?
Vielleicht ist es vergleichbar, wenn Einer dem Anderen die Hände wäscht.
Hat er daselbst noch schmutzige Hände, wird er dem anderen nicht helfen können, sondern ihm nur Schmutz von seinem Schmutz einwaschen. Reinigt er sich aber vorher und seine Hände sind dann sauber, wird er auch dem Anderen die Hände waschen können und sie werden frei sein von allem Schmutz.
Ist Selbsthingabe dann nicht auch Ausdruck des Gleichseins eines jeden Menschen
gegenüber einem anderen?
Zu wissen, er, mir gegenüber, ist wie ich, in seiner Art und Weise.
Das, was „Selbst“ ist, ist uns beiden im Wesensgrund gleich.
Mich selbst ihm hinzugeben heißt also im Grunde, mich mir selbst hinzuschenken.