Zu Anfang


Jeder Mensch ist ein Same
gepflanzt in die dichte Erde.
Und jedem gebührt derselbe Name,
die Erfüllung: „Sei und Werde
Selbst!“

Auszug aus „Der Sämann“




Irgendwo in seinen innersten, unbeschreibbaren Räumen,
trägt jeder Mensch ein Urbild seiner selbst in sich, seiner eigenen Vollkommenheit.
Es ist wie ein Samenkorn, in welchem schon der Duft, die Farbe und Form seiner Blüte vollendet innewohnt.
Seine Bestimmung ist es, sich diesem Weg der Vollendung anheim zu geben, um letztlich,
aus der blütengeborenen Frucht, wieder Quelle für neuen Samen zu werden.
Seine Vollkommenheit entsteht also aus der ständigen Hingabe an diese Verwandlung.


Es ist die Geschichte des Menschen. Desjenigen, der zeitlos geworden ist
und für den weder Anfang noch Ende existieren, sondern einzig das ewige
„ES IST“.

Zu Anfang meint also: immer wieder und immer wieder neu.
Auf dieser Seite werden zum Beginn einer neuen Woche
Auszüge aus meinem künstlerischen Schaffen; aus Werken Anderer, die meine Tage begleiten
oder aber einfach Gedanken über mein innerstes Bild des Menschen erscheinen.

Diese kurzen Texte erscheinen auch auf dem Telegram-Kanal:
Feuervogel – Aufbruch zum Wesen

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Zeichen auf dem Weg



Die Kraft der Entscheidung 

Sich entscheiden meint für gewöhnlich, eine Sache klar von einer anderen abzuscheiden, sie zu trennen,
gegeneinander abzuwägen und dann meist die bessere von beiden zu wählen. 
Man steht also mit einer Entscheidung mitten in einer Auseinandersetzung in einer dualen Welt,
die ständig ein Messen, ein Ausloten von uns fordert und die Kraft, eine der beiden Seiten für die Richtigere zu erachten. 

Aber im Grunde steckt in diesem Wort Entscheidung nichts anderes, als das Eine mit dem Anderen zu verbinden.
Hören wir dafür einmal dem Klang der Vorsilbe „ent-„ nach.
 
Etwas zu ent-knoten meint, etwas ungewollt Verwickeltes zu ent-wickeln.
Etwas zu ent-decken meint, etwas Verhülltes zu ent-lüften, es zu ergründen und sich zu eigen zu machen.
Sich zu ent-sinnen meint, den gewöhnlichen Sinn beiseite zu schieben und eine dahinterliegende Kraft
der Er-INNE-rung sich ent-falten zu lassen.

Sich zu entscheiden, könnte in dieser Auffassung also bedeuten, etwas aus seiner Zweipoligkeit zu befreien,
es gleichsam daraus zu „ent-trennen“ und seiner ursprünglichen Einheit wieder zurückzuführen. Eine Entscheidung wäre dann nicht mehr eine Trennung, sondern die Fähigkeit, etwas zum Ganzen zurückführen zu können.