Aktuelles


Monatsgedicht

Hier erscheinen immer wieder aktuelle Gedichte, teils mit einer zugehörigen Zeichnung, teils mit einer Komposition.
Doch jedesmal frei, sich für Jeden in seiner eigenen Art und Weise zu entfalten, in ihm anzuklingen, zu er-innern.


Mondgeschmeide

Im Tau zerknickter Halme legt
der Mond sein Antlitz ab. Und prägt
es zu lauter wässrig Silberstücken,
wie sonst Ikonen drauf ihr Haupt eindrücken.
In einem Spinn´rad spinnt er seinen Widerschein
zu lauter glitzernd´ Lichterfäden ein.
Spannt sie über die Horizontengeige,
damit ihr Lied lautlos der Welt entsteige.

Aus Perl´ und Fäden legt er um die Zweige
dann einer Rosenhecke dieses Mondgeschmeide
um. Schmückt sie in dieser Nacht geheim,
als seine duftverströmend´ Braut allein.
Und Duft und Silber strecken sich als Brücken
hin vom Erdenhalb´ zum Sichelrücken.
Wer sich jetzt, gedankenschwer, zwischen Halmen herbewegt,
der ahnt, dass ihn weit mehr als Tau und Licht hier trägt:

das halb-und-halb-verbindend´, ewig-eine Urgeschweige.